Fitness / 17. Januar 2017

Fitness vor dem Frühstück – Ist Sport auf leeren Magen gut?

 

Einige Fitnessfreaks schwören darauf, für andere ist es eine Horrorvorstellung: Sport vor dem Frühstück spaltet Athleten in zwei Lager. Welches hat Recht? Muss man vor dem Sport frühstücken oder nicht? Welche Vorteile Sport auf nüchternen Magen haben kann und wann man besser ein Frühstück vor dem Sport einlegen sollte, verraten wir hier.

Sport vor dem Frühstück
Quelle: lzf/fotolia

Die Gretchenfrage: Sport vor oder nach dem Frühstück?

Am Morgen sind die Kohlenhydratreserven, die sogenannten Glykogen-Speicher, fast aufgebraucht –Befürworter des Frühsports ohne Mahlzeit sehen in den leeren Depots den entscheidenden Nutzen: Wenn die Kohlenhydratspeicher durch die körperliche Betätigung am Morgen endgültig aufgezehrt sind, greift der Stoffwechsel auf die Fettreserven zurück. Denn bei niedrigem Insulinspiegel – wenn weder Zucker noch andere Energie im Körper vorhanden ist – läuft die Fettverbrennung auf Hochtouren. Das heißt beim Sport vor dem Frühstück, dass zunächst die freien Fettsäuren in der Muskulatur mobilisiert werden. Fettpolster an Bauch und Beinen schmelzen dadurch nicht automatisch. Durch ein Work-out mit einem leeren Glykogen-Speicher trainiert man jedoch, diese Reserve langsamer zu entleeren. Verfügbare Energie wird also besser vom Körper verwertet – das hilft langfristig auch beim Abnehmen.

Mögliche Gefahren von Sport auf nüchternen Magen

Gegner des Work-outs mit leerem Magen sehen in der fehlenden Energie eine Gefahr für Sportler. Sie erkennen zwar an, dass Sport auf nüchternen Magen mehr Fett verbrennt – für das Herz-Kreislauf-System besteht hingegen eine erhöhte Belastung, die sich negativ auswirken kann. Ohne Kohlenhydrate macht der Körper zudem schnell schlapp: Unterzuckerung und Wassermangel drohen, wenn man Sport vor dem Frühstück macht. Im schlimmsten Fall kommt es zu Schwindelgefühlen und Wahrnehmungsstörungen. Gerade Abnehmwillige können mit Sport vor dem Frühstück in einer bösen Falle landen: Durch die Kraftanstrengung ist der Hunger noch größer als üblich. Wer jedoch mehr isst als gewöhnlich, wird keine Kilos verlieren. Um Gewicht zu reduzieren, ist eine negative Energiebilanz entscheidend: Habe ich weniger Energie zu mir genommen, als ich verbraucht habe?

Wenn sich untrainierte Freizeitsportler also die Frage stellen, ob sie ihr Frühstück vor oder nach dem Sport zu sich nehmen sollten, lautet die Antwort: besser vor dem Sport! Bei weniger fitten Menschen leert sich der Glykogen-Speicher schneller. Anders sieht es bei trainierten Sportlern aus – die haben auch ohne Frühstück am Morgen noch genug Energie für eine Einheit.

Fettstoffwechsel trainieren: Einmal die Woche ohne Frühstück loslegen

Sport vor dem Frühstück sollte nicht der Standard sein. Wer sich regelmäßig verausgabt, kann aber ruhig einmal in der Woche ein kurzes Work-out vor das Frühstück legen. So trainiert man seinen Fettstoffwechsel. Wer partout nicht mit nüchternen Magen aktiv werden kann, aber dennoch seinen Fettstoffwechsel trainieren möchte, sollte nur ein kleines Frühstück vor dem Sport zu sich nehmen. Eine Banane und ein Glas stilles Wasser oder eine Saftschorle beugen einem zu niedrigen Blutzuckerspiegel und Dehydrierung vor.

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