Gut zu wissen / 09. August 2017

Frischen Fisch kaufen: So wird‘s ein guter Fang

 

Fischers Fritz fischt bekanntlich frische Fische – doch sind sie auch noch frisch, wenn man die Fische kaufen möchte? Woran sieht man das? Und wie lässt sich erkennen, dass der Fang aus nachhaltiger Fischerei stammt und man somit nicht der Überfischung Vorschub leistet?

Fisch
Quelle: Jag_cz/fotolia

Schau ihm in die Augen – und mach den Schnüffeltest

Wenn’s mal wieder schnell gehen muss, greifen wir gern zu Thunfisch aus der Dose oder tiefgefrorenem Fischfilet. Viele Verbraucher sind beim Thema Fisch auch unsicher – sie bleiben lieber bei Fischstäbchen, Schlemmerfilet und Co, statt frischen Fisch zu kaufen. Dabei lässt sich relativ leicht erkennen, ob ein Fisch wirklich frisch ist. Wichtigstes Indiz: die Augen. An ihnen kann man am einfachsten erkennen, ob ein Fisch wirklich fangfrisch ist.

  • deutlich gewölbt, glänzend und tiefschwarz, ist der Fisch sehr frisch.
  • leicht gewölbt, nur etwas trüb und matt, ist der Fisch frisch.
  • nicht gewölbt, trüb und rau, ist der Fisch noch essbar.
  • eingesunken, grau und undurchsichtig, ist der Fisch verdorben. – Finger weg!

Außerdem sollte man sich vom Verkäufer die Kiemen des Fisches zeigen lassen. An ihnen lässt sich der Frischegrad ebenfalls leicht erkennen, denn ab dem Fangzeitpunkt verändert sich ihr Aussehen recht schnell. Sind die Kiemen

  • leuchtend rot und mit gut erkennbarer Struktur, ist der Fisch sehr frisch.
  • mattrot und leicht blass mit klarem Schleim, ist der Fisch frisch.
  • bräunlich, gelblich mit trüben Schleim, Struktur noch erkennbar, ist der Fisch noch essbar.
  • grün, braun oder gelb mit flockigem Schleim und breiiger Struktur, ist der Fisch verdorben. – Finger weg!

Wenn der Fisch schon ausgenommen ist, solltest du auch einen Blick in den Bauchraum werfen. Der ist idealerweise innen glänzend, einfarbig und glatt. Übrigens: Frischer Fisch riecht keineswegs fischig, sondern nach Meerwasser, Algen oder Teich. Stechender, fischiger Geruch ist vielmehr ein Signal, dass der Fisch nicht mehr frisch ist.

Zusammengefasst heißt das: Wegen der Frische sollte man auf drei Dinge achten. Augen, Kiemen und Geruch müssen stimmen. Mit diesem Wissen kannst du jetzt unbesorgt frischen Fisch kaufen. Am besten schmeckt dieser übrigens entweder aus der Pfanne oder vom Grill.

Sollte ich jeden Fisch kaufen?

In den Gewässern rund um Europa gibt es schon lange von der EU festgesetzte Fangquoten, um die Fischbestände nachhaltig zu bewirtschaften und die Bestände nicht zu sehr zu gefährden. Wer auf Nummer sicher gehen will, achtet beim Fischkaufen auf die Umwelt- und Qualitätssiegel.

Vom World Wide Fund for Nature (WWF) empfohlene Siegel für Fisch und Fischprodukte:

  • MSC – Marine Stewardship Council. Dieses Siegel und die gleichnamige Organisation entstanden 1997. Zunächst vom Unilever-Konzern und WWF ins Leben gerufen, wurde der MSC 1999 unabhängig. Wissenschaftler, Fischereiexperten und NGOs (Nichtregierungsorganisationen) entwickelten Richtlinien für die Beurteilung der Fischerei. Berücksichtigt werden Nachhaltigkeit, minimierte Auswirkungen auf das Ökosystem und effektives Fischereimanagement. Heute kommen bereits mehr als acht Prozent der weltweiten Fangmenge aus zertifizierter MSC-Fischerei.
  • ASC – Aquaculture Stewardship Council. Ins Leben gerufen wurden der ASC und das gleichnamige Siegel im Jahre 2010 vom WWF und der niederländischen „Sustainable Trade Initiative“. Der ASC entwickelt und überwacht globale Standards für verantwortungsvolle und umweltschonende Aquakulturen für die Produktion von Fisch und Meeresfrüchten. Zum Beispiel darf das verwendete Fischfutter nicht von überfischten Beständen stammen. Mit ASC-Siegel erhältlich sind bereits Forellen, Lachs, Pangasius, Tilapa, Muscheln und Garnelen.

Wenn du eines der beiden Siegel auf der Verpackung entdeckst, kannst du also unbesorgt zugreifen. Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit sind bei diesen Produkten sichergestellt.

Noch mehr Infos zum nachhaltigen Fischfang findest du bei uns.

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