Kulinarisch unterwegs / 17. Februar 2017

Misosuppe – die Leibspeise der Japaner

 

Zu einem opulenten Sushi-Essen gehört die Misosuppe mittlerweile dazu wie Wasabi und Ingwer. Sie bringt Wärme in den Bauch und ergänzt Nigiri, Sashimi und Maki perfekt. Woraus genau Misosuppe besteht und wie sie zubereitet wird, verraten wir hier.

Miso-Suppe in einer Schüssel
Quelle: shaiith / Fotolia

Wer schon einmal in Japan war oder in großen internationalen Hotels mit japanischen Gästen gefrühstückt hat, dem ist er vielleicht schon aufgefallen: dieser große, dampfende Suppentopf, der den Duft von Herzhaftem im Raum verteilt. Eine warme Misosuppe ist Bestandteil eines jeden guten japanischen Frühstücks. Ihr ist in Japan sogar ein Sprichwort gewidmet, das übersetzt etwa so lautet: Eine Frau, die heiraten möchte, muss wissen, wie man Misosuppe zubereitet.

Fermentierte Sojabohnen für den unvergleichlichen Geschmack

Auf Japanisch heißt die Suppe Miso Shiru. „Shiru“ bedeutet weiß. Damit ist die Farbe der Paste gemeint, die die Grundlage der Suppe bildet und ihr die typische Geschmacksnote verleiht. Vielleicht ist die Misosuppe auch außerhalb Japans deshalb so beliebt, weil sie diesen einzigartigen Geschmack hat. Einzigartig, weil es bei uns kein Gericht gibt, das ähnlich schmeckt. Misopaste besteht aus fermentierten Sojabohnen, einem Getreide wie Reis, Gerste oder Weizen sowie Salz. Neben der Paste gehören Seetang, Frühlingszwiebeln und Tofu in die Suppe. Je nach Rezept können noch Fleisch, Pilze oder Sprossen dazukommen. Misosuppe gibt es in so vielen Varianten, dass darüber vergessen werden kann, wie das ursprüngliche Rezept lautet.

Die Basis von traditioneller Misosuppe lässt sich einfach zubereiten: für vier kleine Schalen einen etwa 15 Zentimeter langen Streifen getrockneten Seetang zehn Minuten lang in viereinhalb Tassen kaltem Wasser einweichen. Währenddessen 150 Gramm Tofu in kleine Würfel und zwei Frühlingszwiebeln in kleine Ringe schneiden. Nun das Wasser zum Kochen bringen und anschließend durch ein Sieb gießen, um den Seetang und den Tofu aufzufangen. Anschließend vier Teelöffel Misopaste in die Flüssigkeit geben und rühren, bis sie sich auflöst. Den Tofu und Seetang wieder hinzufügen, alles einige Minuten köcheln lassen. Die Suppe auf vier Schüsseln verteilen und mit frischen Frühlingszwiebeln bestreuen.

Misosuppe: Geschlürft – und nicht gelöffelt

Wer viel reist, weiß aus Erfahrung: Was in der Heimat als guter Ton gilt, kann im Ausland einen Fauxpas darstellen. Etwa, wenn man als Tourist in einem Restaurant in Tokio nach einem Löffel für die Misosuppe fragt. Im besten Fall erntet man vom Kellner nur ein Schulterzucken, hilfreicher ist ein Blick an die Nachbartische: Die Suppe wird geschlürft – und zwar direkt aus der Schüssel. Die Essstäbchen nutzt der Japaner allenfalls, um die Misosuppe umzurühren.

Misosuppe enthält viel Eiweiß sowie Vitamin B2, Vitamin E und diverse Enzyme. In Japan werden ihr fast schon Wunderkräfte nachgesagt. Mehrmals täglich möglichst heiß getrunken, gilt sie als beste Medizin gegen Erkältung. Sie soll den Cholesterinspiegel senken und Herzkrankheiten vorbeugen. Und wer eine Japanerin nach dem Geheimnis ihrer schönen Haut fragt, bekommt als Antwort oft zu hören: Misosuppe.

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