Saisonal kochen / 16. Februar 2017

Fünfte Jahreszeit: Die beliebtesten Speisen in den Narrenhochburgen

 

Die Narren sind los – und wer kräftig feiert, muss auch ordentlich essen. Was in den rheinländischen Hochburgen zur Narrenzeit traditionell auf den Tisch kommt, verrät unser kleiner kulinarischer Karnevalsumzug.

Welches Essen in welcher Narrenhochburg?
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Klassische Narren-Speisen: Halve Hahn und Himmel und Äd

Ein Klassiker unter den nordrhein-westfälischen Karneval-Speisen ist Himmel und Äd – hochdeutsch „Himmel und Erde“. „Erde“ steht dabei für das Kartoffelpüree, „Himmel“ für das Apfelmus. Dazu werden geschmorte Zwiebelringe serviert – als Fleischbeilage gibt’s gebratene Blutwurst.

Der kleine Hunger zwischendurch lässt sich bestens mit Halve Hahn stillen. Wer aber meint, ein halbes Hähnchen zu bestellen, liegt komplett falsch: Halve Hahn ist ein halbes Roggenbrötchen (Röggelchen), das mit Gouda, eingelegter Gurke und Senf belegt ist. Oft sorgt zusätzlich etwas Paprikapulver für eine pikante Note. Ursprünglich wurde die beliebte Narren-Speise mit besonders intensiv schmeckendem Handkäse zubereitet, der dem Harzer Käse ähnelt. In Düsseldorf wird diese kulinarische Tradition bis heute gepflegt.

Aachener Sauerbraten – Printen machen den Unterschied

Sauerbraten ist in ganz Deutschland verbreitet – doch nirgendwo schmeckt er wie in Aachen. Der Öcher Suurbrödem zeichnet sich durch seine Soße aus: Aachener Printen sorgen für den einzigartig süßen Geschmack. Ansonsten wird der Aachener Sauerbraten wie im Rest der Republik zubereitet: Das Rindfleisch – ursprünglich Pferdefleisch – wird mehrere Tage lang in einer Beize aus Essig, Wein, Suppengrün und Gewürzen wie Nelken, Pfefferkörner, Wacholderbeeren, Lorbeerblätter und Senfkörner eingelegt. Das Einlegen macht das Fleisch zart, Wein und Essig verleihen dem Sauerbraten seinen säuerlichen Geschmack. Zum typischen Öcher Suurbrödem werden Knödel oder Salzkartoffeln, Rotkohl und Apfelmus gereicht.

Mainzer Karneval-Speise: Wurstbrot mit Wein

WWW – das ist in Mainz nicht die Abkürzung für „World Wide Web“, sondern steht für Weck, Worscht un Woi. Dahinter verbirgt sich ein simples, aber leckeres Gericht aus einem Roggenbrötchen (Weck) mit Fleischwurst (Worscht) und einem Glas Wein (Woi). Diese Narren-Speise ist den Mainzern so heilig, dass sie Brötchen, Fleischwurstringe und Weinflaschen an sogenannte Kerwebäume hängen, die dann bei den Straßenumzügen mitgetragen werden. Die Weck-, Worscht- un Woi-Träger gehören zu den traditionellen Zugnummern beim Mainzer Rosenmontagszug, und bei der berühmten Mainzer Saalfastnacht erhalten die Darbietenden die Narren-Speise als Belohnung für ihren Auftritt.

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